Drakes-Leoparadies
  Krankheiten
 

Krankheiten

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1. Cryptosporidien

2. Kokzidien

3. Verstopfung

4. Legenot

5. Häutungsprobleme

6. Schwellungen hinter den Axillartaschen

7. Bissverletzungen

8. Erbrechen

9. Rachitis und Hypokalzämie


1. Cryptosporidien

= Protozoen (Urtierchen, tierische Einzeller) der Gattung Cryptosporidium

Symptome:

  • Gewichtsverlust
  • Nahrungsverweigerung
  • Lethargie (Teilnahmslosigkeit, Stumpfheit, Trägheit)
  • Wässriger Durchfall
  • Erbrechen
  • Evtl. Herauswürgen einer zuvor gefressenen Häutung
  • Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten

Krankheitsverlauf:

Nach Ausbruch der Krankheit baut das betroffene Tier sehr schnell ab, wird immer dünner, bis es am Ende nur noch aus „Haut und Knochen“ besteht. Die Tiere versterben schließlich durch verhungern, Dehydration (Wassermangel im Körper), Organversagen oder Sekundärinfektionen (eine 2. Infektion mit einem anderen Erreger).

Vorsorge:

  • Kotproben abgeben und untersuchen lassen (nicht in jeder Kotprobe können die Erreger nachgewiesen bzw. gefunden werden, deswegen sollten mehrere Kotproben abgegeben werden)
  • Tiere beobachten und auf Symptome achten bzw. reagieren

Verdacht auf Cryptosporidien:

Zeigt ein Tier Anzeichen der Krankheit, sollte es sofort von den anderen Tieren getrennt werden. Alle Leos, die mit dem „verdächtigen“ Tier in Verbindung gekommen sind, sollten ebenfalls einzeln in Quarantäne gehalten werden. Wenn bei Tieren verschiedener Gruppen die gleichen Arbeitsmittel (z. B. Pinzetten) verwendet wurden, wäre ebenfalls eine Übertragung des Krankheitserregers möglich. Kotproben, Abstriche u. ä. sollten in einer mikrobiologischen Untersuchungsstelle untersucht werden. Man sollte dabei bedenken, dass die Proben normalerweise nicht auf Cryptosporidien untersucht werden. Also sollte man seinen Verdacht deutlich mitteilen.

Therapie:

Wenn die Krankheit nachgewiesen wurde:
  • Sollte man eine strikte Quarantäne bei den infizierten Tiere einhalten
  • Sollte man sich über geeignete Desinfektionsmittel informieren (Tierarzt fragen!)
  • Muss eine Therapie in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt stattfinden!!!
  • Sollte die Therapie nicht innerhalb weniger Wochen gut sichtbar anschlagen, sollte man überlegen die Tiere vom Tierarzt einschläfern zu lassen
  • Überstehen die Tiere die Erkrankung, sind sie trotzdem immer Träger des Erregers und müssen den Rest ihres Lebens von anderen Reptilien isoliert gehalten werden!!!
  • Achtung! Man sollte beim Umgang mit infizierten Tieren auch auf seine eigene Gesundheit achten, um sich nicht selbst anzustecken!

2. Kokzidien

= einzellige Parasiten ohne Zwischenwirt

Im Terrarium kann sich wegen des begrenzten Raumes schon in kürzester Zeit ein enormer Kokzidienbafall bilden.

Der Nachweis im Kot ist nicht leicht, deswegen sollten mindestens 3 Kotproben abgegeben werden.

Symptome:

  • Wenig Appetit
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Dehydration (Wassermangel im Körper)

Therapie / Behandlung:

  • Tierarzt hinzuziehen!
  • Strikte Quarantäne einhalten (am besten 2 Becken pro Tier: während das eine Becken benutzt wird, kann das 2. Becken in aller Ruhe gründlich gereinigt werden)
  • Tägliche Reinigung und Desinfektion des Beckens (über geeignetes Desinfektionsmittel beim Tierarzt informieren!)
  • Gesonderte Arbeitsmittel (z. B. Pinzetten) benutzen oder gründlich reinigen und desinfizieren, um Ansteckung zu vermeiden
  • Nicht gefressene Futtertiere entsorgen (diese könnten Geckokot gefressen haben und sind somit eine Infektionsquelle!)

3. Verstopfung

Mögliche Ursache:

·        Aufnahme von Bodensubstraten (Bodensubstrat verklumpt im Magen-Darm-Trakt der Tiere)

Feststellung:

  • Beobachtung der Tiere
  • Durch Röntgenaufnahmen mit Kontrastmitteln

Therapie / Behandlung:

·         Medikamente, welche die Darmperistaltik (Eigenbewegung des Darmes, um „Speisebrei“ zu transportieren) des Tieres anregen

·         Orale Gabe von Sonnenblumenöl (2-3 ml pro kg Körpermasse)

·         OP durch den Tierarzt

4. Legenot

= wenn Eier über das normale Legedatum im Eileiter des Weibchens verbleiben

Ursachen:

·         Kein geeigneter Ort für die Eiablage vorhanden

·         Das Weibchen nimmt die angebotene Ablagemöglichkeit nicht an

·         Klimabedingungen der Ablagemöglichkeit (en) sind nicht optimal

·         Schräglage des Eies oder beider Eier im Eileiter

Was passiert?:

Die Eier nehmen weiterhin Wasser auf, werden dadurch immer größer und verkleben nach einiger Zeit mit der Eileiterschleimhaut.

Anzeichen:

·         Eier sind deutlich unter der Bauchhaut zu sehen

·         Oder sind sogar fühlbar

·         Beobachtung notieren (das Weibchen sollte die Eier innerhalb der nächsten 3 Wochen ablegen!)

Maßnahmen / Therapie / Behandlung:

·         Eiablageplätze kontrollieren und deren Klimabedingungen prüfen, gegebenenfalls verändern

·         Zusätzliche Ablagemöglichkeiten anbieten

·         Falls man damit keinen Erfolg hat, sollte das Weibchen dem Tierarzt vorgestellt werden

·         Oxytocin- und Kalziuminjektion durch Tierarzt

·         Evtl. OP durch Tierarzt


5. Häutungsprobleme

Ursachen:

·         Fehlende geeignete feuchte Höhle(n)

·         Insgesamt zu feuchte Haltung

·         Vitamin-A-Mangel

Therapie / Behandlung:

·         Luftfeuchte im Terrarium überprüfen und gegebenenfalls anpassen

·         Feuchte Höhle(n) überprüfen

·         Evtl. zusätzliche feuchte Höhle(n) anbieten

·         Darauf achten, dass raue Gegenstände oder Oberflächen im Terrarium vorhanden und für die Leos gut erreichbar sind, damit sie sich daran reiben können

·         Gabe von Vitamin-A-Präparaten (Achtung! Eine Überdosierung kann für die Leos schwere Gesundheitsschädigungen zur Folge haben)

Wichtig!

Man sollte seine Tiere oft beobachten und kontrollieren, dass keine Hautreste an den Zehen, am Schwanz, usw. verbleiben. Diese Hautreste können zu Abschnürungen und somit auch zum Absterben der betroffenen Körperteile führen.

6. Schwellungen hinter den Axillartaschen

= ein- oder beidseitige Schwellungen hinter den Vorderbeinen oder hinter dem Tympanum (die Paukenhöhle des Mittelohres)

Diese Schwellungen sind mit einer wässrigen - klaren Flüssigkeit gefüllt. Sie verschwinden meist nach einigen Wochen wieder. In manchen Fällen bleiben die Schwellungen aber auch erhalten.

Die Erscheinung wird meistens bei gut genährten Weibchen festgestellt.

Eine gesundheitliche Gefahr für betroffene Tiere wurde noch nicht festgestellt. Werden die Schwellungen jedoch so groß, dass sie den Leo bei der Fortbewegung stören oder ändert sich das Verhalten des betroffenen Tieres, sollte man den Tierarzt aufsuchen. Dieser entnimmt dann eine Probe der Flüssigkeit und untersucht sie.

7. Bissverletzungen

Können bei Auseinandersetzungen mit Artgenossen im Terrarium, Verwechselung mit Futter oder bei der Paarung (Paarungsbiss) vorkommen.

Leichte Bisswunden sollte man reinigen (z. B. mit steriler Kochsalzlösung) und desinfizieren (z. B. mit Betaisodona-Lösung).

Bei schwereren Bissverletzungen sollte man unbedingt den Tierarzt aufsuchen.

8. Erbrechen

Erbrechen muss nicht zwingend ein Anzeichen für eine Erkrankung sein.

Es kann dazu kommen, wenn Leos sich überfressen haben oder zu kühl gehalten werden.

In Verbindung mit Nahrungsverweigerung oder wenn Nahrungsreste im Kot gefunden werden, kann es auch ein Anzeichen einer Krankheit sein.

Trotzdem sollte man ersteinmal die Temperaturen im Terrarium überprüfen. Zu niedrige Temperaturen führen bei Leos zu Stoffwechselproblemen, also einer schlechten Verdauung.

9. Rachitis und Hypokalzämie

= Stoffwechselstörungen durch Vitamin-D- und Mineralstoffmangel

Dies führt zu einer ausbleibenden Mineralisierung des Knochengewebes und zu einem zu niedrigen Blutkalziumspiegel.

Vorbeugung:

·         Kalziumschale im Terrarium (ständig kontrollieren und wechseln)

·         Regelmäßige und ausreichende Gabe von Vitamin- und Mineralpräparaten

Therapie / Behandlung:

·         Haltungs- und Ernährungsbedingungen verändern

·         Gabe eines Kalziumpräparates

·         Kalziuminjektion durch den Tierarzt

Achtung!

Verformungen der Knochen sind nicht rückgängig zu machen.